Neubau Siedlung Gartenstrasse, Affoltern am Albis

Eingeladener Wettbewerb, 2026
3.Rang

In Zusammenarbeit mit: Schmid Ziörjen Architektenkollektiv, Rosenmayr Landschaftsarchitektur
Standort: Affoltern am Albis, AG
Bauherrschaft: Gemeinnützige Baugenossenschaft Affoltern am Albis
Bauaufgabe: Neubau Genossenschaftswohnungen
Visualisierungen: Indievisual (Aussenbild), Schmid Ziörjen Architekten (Innenbild)

Die neue Wohnsiedlung Gartenstrasse liegt in einem heterogenen, durchgrünten Wohnquartier von Affoltern am Albis. Das Projekt schafft zusätzlichen Wohnraum und führt gleichzeitig die prägenden Qualitäten des Quartiers – Durchlässigkeit, Massstäblichkeit und grosszügige Grünräume – weiter.

Das Bauvolumen wird in drei kompakte, sechsgeschossige Punktbauten gegliedert. Ihre versetzte Setzung nimmt die offene Siedlungsstruktur auf und erhält den Grünraum als zusammenhängendes Kontinuum. Zwischen den Gebäuden entstehen differenzierte Aussenräume mit vielfältigen Sicht- und Wegebeziehungen.

Der zentrale Zugang von der Gartenstrasse führt direkt in die gemeinschaftliche Mitte der Siedlung. Dieser hofartige Innenraum bildet das räumliche und soziale Zentrum der Überbauung. Hier treffen die Wege zu den drei Häusern zusammen, und die gemeinschaftlichen Nutzungen in den Erdgeschossen orientieren sich gezielt zum Hof. Sitzgelegenheiten, Spielflächen und Aufenthaltsbereiche schaffen einen selbstverständlichen Treffpunkt für den genossenschaftlichen Alltag.

Die gemeinschaftlichen Räume sind bewusst sichtbar und gut zugänglich in den Erdgeschossen angeordnet. Waschräume, Veloräume und Bastelräume werden direkt mit dem Freiraum verknüpft und durch vorgelagerte Aussensitzplätze ergänzt. Im Haus 9 konzentrieren sich Gemeinschaftsraum, Genossenschaftsbüro, Hauswartsbereich und Waschraum zu einem lebendigen Schwerpunkt der Bewohnergemeinschaft. Die Nähe zum Hof und zu den Gartenbereichen ermöglicht vielfältige formelle und informelle Begegnungen.

Der Freiraum wird als zusammenhängender Garten verstanden, in den die Neubauten eingeschrieben sind. Bestehende Bäume werden weitgehend erhalten und durch Stauden, Gräser, Gehölze, Blumenwiesen und Ruderalflächen ergänzt. Die unterschiedlichen Pflanzungen schaffen differenzierte Freiraumcharaktere, fördern Biodiversität und vermitteln zwischen gemeinschaftlichen und privaten Bereichen.

Die drei Häuser folgen einer einheitlichen Grundtypologie als Zwei- und Dreispänner mit einem Wohnungsmix von 2.5- bis 5.5-Zimmerwohnungen. Ein Grossteil der Wohnungen ist dreiseitig orientiert und profitiert von ausgezeichneten Belichtungsverhältnissen und vielfältigen Ausblicken in den Grünraum. Grosszügige Wohn-, Ess- und Kochbereiche, nutzungsneutrale Zimmer sowie mehrfach angebundene Balkone schaffen flexible und räumlich vielfältige Wohnungen. Kleinere Balkone zu den gemeinschaftlichen Bereichen machen das genossenschaftliche Zusammenleben auch aus den oberen Geschossen erlebbar.

Die drei Solitäre erhalten eine regelmässig gegliederte Holzfassade mit vertikalen Lisenen, farbig lasierten Lärchenholzfeldern und horizontalen Holzbändern. Balkontürme verleihen den Baukörpern zusätzliche Tiefe. Holz, verzinkter Stahl und grosszügige Holz-Metall-Fenster prägen den Ausdruck; im Inneren bleiben tragende Holzelemente sichtbar und werden mit mineralischen Oberflächen kombiniert.

Das Nachhaltigkeitskonzept basiert auf kompakten Baukörpern, einem hohen Holzanteil und einem gezielten Materialeinsatz. Die robuste und weitgehend recyclingfähige Materialisierung unterstützt eine langfristige Nutzbarkeit. Begrünte Dächer und naturnah gestaltete Freiräume tragen zur Regenwasserrückhaltung, zum Mikroklima und zur Biodiversität bei.